Christoph 7 Kassel - Luftrettung mitten in Deutschland
Christoph 7 aus Kassel wurde am 17.12.1974 als neunter Rettungshubschrauber in Deutschland in Dienst gestellt, weshalb sein Rufname am Anfang noch Christoph 9 lautete. Der Rufname Christoph 9 musste jedoch später seinem jetzigen Namen, Christoph 7, weichen. Der Standort des Rettungshubschraubers ist eine kleine Besonderheit, denn der Landeplatz bietet nur Platz für einen Hubschrauber, hat keine Tankanlage und keinen Hangar, weshalb der Hubschrauber morgens von der Fliegerstaffel zum Roten Kreuz überführt werden muss und nach Dienstende wieder zurück zur Fliegerstaffel geflogen wird, wo der Hubschrauber sicher untergebracht ist, sodass es am nächsten Tag wieder heissen kann; „Christoph 7, bitte kommen!“.
Die Crew
Die Besatzung des Rettungshubschraubers besteht aus einem Piloten, einem Rettungsassistent und einem Notarzt. Die Piloten werden von der Fliegerstaffel Mitte gestellt, die Rettungsassistenten vom DRK-Rettungsdienst Kassel und die Notärze von dem Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. Der Pilot ist ausgebildeter Berufshubschrauberführer (z. B. von der Bundespolizei oder der Bundeswehr) mit Flugerfahrung und entsprechender Musterberechtigung. Der Notarzt besitzt ein abgeschlossenes Medizinstudium, mehrjährige klinische Erfahrung, ein Jahr Intensivmedizin, ein Fachkundenachweis für den Rettungsdienst und er ist häufig Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin oder Facharzt für Chirurgie. Der Rettungsassistent ist die Schnittstelle zwischen Technik und Medizin: Während des Fluges unterstützt er den Piloten und während des Einsatzes den Notarzt. Des Weiteren ist der Rettungsassistent für die Navigation zum Unfallort zuständig - die Daten werden in ein GPS-Gerät eingegeben, welches ermöglicht, bereits vor der Landung einen geeigneten Landeplatz zu suchen. Ein Luftrettungsassistent ist ein ausgebildeter Rettungsassistent mit Berufserfahrung und spezieller Weiterbildung für den Luftrettungsdienst (HEMS-Crew-Member-Lehrgang = Helicopter-Emergency-Medical-Service). Luftrettungsassistenten arbeiten neben der Luftrettungsdienst im bodengebundenen Rettungsdienst.
Hubschrauber der neuesten Generation
Seit Mitte Januar 2008 kommt auch in Kassel ein Hubschrauber der neuesten Generation zum Einsatz, eine EC 135 T2i, die die jahrelang eingesetzte BO 105 CBS-5 ablöste, da die Triebwerkleistung nicht mehr den europäischen Richtlinien entsprach, sodass die BO 105 ab 2009 keine Zulassung mehr in Europa bekam. Die EC 135 verfügt gegenüber der BO 105 über einen sogenannten Fenestron-Heckrotor, welcher mehr Sicherheit am Boden gewährleistet, da frei umherlaufende Heckrotoren - wie bei der BO 105 - zu den größten Gefahrenquellen eines Hubschraubers gehören. Außerdem ist die EC 135 während des Fluges leiser, jedoch macht sich das Abfluggewicht beim starten und beim landen bemerkbar, sodass die EC 135 während dieser beiden Phasen lauter ist, als die BO 105. Des Weiteren verfügt die EC 135 über ein neu entwickeltes Hinderniswarnsystem das sich HELLAS nennt. HELLAS steht für: Helikopter Laser Radar. Dieses Hinderniswarnsystem erkennt Hindernisse wie Kabel und Hochspannungsleitungen bis zu dünnen Telefonleitungen und liefert Warnmeldungen in Form von optischen und akustischen Signalen. Im Cockpit befindet sich ein kleiner, zum HELLAS dazugehöriger Bildschirm, der ein in grautönen abgestuftes Tiefenbild der Landschaft vor dem Hubschrauber darstellt. Potentielle Hindernisse werden rot angezeigt, sodass sie von der Besatzung rechtzeitig erkannt und umflogen werden können. Das HELLAS ist zum Beispiel bei der Bundespolizei im Einsatz und soll zum sicheren Flug beitragen.
Trotz modernster Technik kann der Hubschrauber nicht immer ausrücken - schlechte Wetterverhältnisse, Sturm, Eis und Schnee schränken den Hubschrauber ein. Nachts fliegt Christoph 7 - so wie die meisten anderen Rettungshubschrauber auch - keine Einsätze, denn die Landeplätze am Unfallort sind meist wegen der Hindernisse nicht zum landen geeignet und außerdem werden für Nachtflüge zwei Piloten vorgeschrieben. Die Sicherheit der Besatzung hat hier vorrang. Christoph 7 kommt von 07.00 Uhr bis zum Sonnenuntergang zum Einsatz. Sein Einsatzgebiet erstreckt bei einem Primäreinsatz auf einen Radius von etwa 50 km und bei einem Sekundäreinsatz auf etwa 70-100 km. Durchschnittlich ist der Hubschrauber nach 8 Minuten am Einsatzort. Die genaue Flugzeit hängt natürlich von der Entfernung ab.
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Der Förderverein
Im Jahr 2002 wurde der Förderverein ins Leben gerufen. Der Förderverein wurde gegründet, da Gelder für die speziellen Aufgaben oder Ausrüstungsgegenstände in der Luftrettung fehlten. Der Förderverein zählt mittlerweile über 900 Mitglieder, wovon fast 40 aktive Mitglieder sind. Ziel des Fördervereins ist es, über die Luftrettung zu informieren und mit Mitgliedsbeiträgen und dem Verkauf von Fanartikeln finanzielle Unterstützung für die Luftrettung zu leisten (für z.B. die Anschaffung von Berufskleidung und medizinischen Geräten, Fortbildungen, usw.). Außerdem bietet der Förderverein die Möglichkeit, einen Flugsimulator auszuprobieren, um Einblicke in das Fliegen eines Hubschraubers zu gewinnen. Durch die Präsenz und die Gespräche sollen negative Erfahrungen aufgearbeitet sowie Ängste und Vorurteile gegenüber der Luftrettung abgebaut werden.
35-jähriges Jubiläum
Am 17. Dezember 2009 feierte der Rettungshubschrauber Christoph 7 sein 35-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum wurde ein streng limitierter Aufnäher hergestellt. Zusammen mit Bernd Kaminski konnten die Ideen in Realität umgesetzt werden. Herausgekommen ist ein schöner, ovaler Aufnäher, der großes Interesse bei Sammlern zeigte. Die Auflagenhöhe beträgt 100 Stück, wovon die Hälfte in einem Jubiläumsset verkauft wurde. Das Jubiläumsset bestand aus einer Umhängetasche aus LKW-Plane, dem Jubiläumsaufnäher und einem kleinen, weiteren streng limitierten Aufnäher.
Hier können Sie eine Skizze von dem Rettungshubschrauber Christoph 7 downloaden:
-> Sie stammt von einem originalen Foto und wurde sorgfältig von mir bearbeitet...
Eine kleine Bilder-Diashow vom Christoph 7
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Zu den Bildern von Christoph 7 geht es hier entlang!
Noch ein paar Stationsdaten
| Maschine | EC 135 |
| Betreiber | BMI |
| Indienststellung | 17. Dezember 1974 |
| Einsatzbereitschaft | 7 Uhr - Sonnenuntergang |
| Standort |
Luftrettungszentrum Kassel Rotes Kreuz Kassel gGmbH Hansteinstraße 29, 34121 Kassel |
| Kontakt |
E-Mail: info@christoph7-kassel.de, Homepage: hier klicken! |
| Besonderheiten | keine Tankanlage, kein Hangar |
